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Der perfekte Lebenslauf

Form to

Das A und O einer guten Bewerbungsmappe ist der Lebenslauf. Wer die "goldenen Regeln" dabei beachtet, hat bessere Karten.



Der Lebenslauf ist häufig das wichtigste Beurteilungskriterium für die Einladung zu einem Anstellungsgespräch. Um sich diese Chance zu sichern, sollte der Bewerber daher sein Curriculum Vitae so aussagekräftig wie möglich gestalten und Formfehler vermeiden.

>>> Lesen Sie auch Teil 2: Häufig gestellte Fragen rund um den Lebenslauf

Die äussere Form

Damit Ihre Unterlagen nicht schon nach zehn Sekunde beiseite gelegt werden, gilt es, einige Grundregeln zur äusseren Form zu beachten:

1. Sprache
Grundsätzlich ist der Lebenslauf in der gleichen Sprache zu verfassen wie die Stellenanzeige bzw. die Sprache des Unternehmens, bei dem Sie sich bewerben.

2. Layout
Eine gut übersichtliche Darstellung in tabellarischer Form liest sich besser und erleichtert dem Personalsachbearbeiter die Arbeit.

3. Druck
Der Lebenslauf wird heute als PC-Ausdruck vorgelegt und nicht handgeschrieben. Man verwendet weisses Papier guter Qualität (mindestens 100 g/m²). Wählen Sie eine diskrete, gut lesbare Schrift.

4. Seiten
Er sollte nicht mehr als 2 Seiten im A4-Format umfassen, im Idealfall passt alles auf eine Seite.

5. Struktur
Strukturieren Sie Ihren Lebenslauf, um die Lesbarkeit zu steigern: Heben Sie z.B. Zwischentitel für Ihre Rubriken (z.B.: Zur Person, Bildungsweg, Berufserfahrung usw.) durch Fett- oder Kursivdruck hervor, trennen Sie einzelne Rubriken durch eine Leerzeile und vermeiden Sie lange Sätze. Gerade in der tabellarischen Darstellung haben Erklärungen nichts zu suchen.

6. Aussehen
Dass der Personalabteilung - das betrifft übrigens nicht nur den Lebenslauf, sondern alle Bewerbungsunterlagen - gepflegte Unterlagen ins Haus flattern sollten - also ohne Kaffeeflecken und Eselsohren -, versteht sich von selbst.

7. Foto
Wird ein Foto verlangt, achten Sie dabei auf gute Qualität: Lassen Sie es bei einem Fotografen machen, denn Automatenbilder sind häufig nicht sehr gelungen.


Wichtige Tipps zum Inhalt

1. Schreibweise
Achten Sie unbedingt auf einwandfreie Rechtschreibung. Datumsangaben erfolgen nach europäischem Muster (z.B. Geburtsdatum 05.10.1991); werden nur der Monat und das Jahr genannt, ist die Schreibweise 05/2007 einfacher zu lesen und auch eindeutiger als 05/07.

2. Chronologie
Gehen Sie chronologisch vor. Dabei können Sie entweder aufsteigend (beginnend mit dem Geburtsdatum) oder absteigend (beginnend mit dem jüngsten Stichwort, z.B. Ihrer aktuellen Beschäftigung) verfahren. Letzteres ist die international übliche Methode.

3. Persönliches
Bei den persönlichen Daten beschränken Sie sich auf das Wichtigste. Hierzu gehören: Name, Vorname, Anschrift und Telefonnummer, ggf. Mailadresse, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit (und Art der Aufenthaltsbewilligung bei Nicht-Schweizern), Zivilstand, Anzahl Kinder.

4. Ausbildung
Geben Sie die erlangten Bildungsabschlüsse an, indem Sie mit dem höchsten beginnen. Nennen Sie jeweils das Bildungsinstitut und den Ort, den Abschluss und die Note. Beispiel: Fremdspracheninstitut X in Berlin, IHK-Fremdsprachenkorrespondent Französisch und Englisch, Note Gut.

Bei Ausbildungs- oder Studiengängen, deren Themenfeld weitgefasst ist, nennen Sie Ihren Schwerpunkt. Beispiel: Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Steuerwesen (oder Marketing). Ist das Thema Ihrer Diplomarbeit, Dissertation oder Master bzw. Bachelor Thesis von Interesse im Hinblick auf das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, nennen Sie es. Andernfalls sorgt es nur für Verwirrung.

Beispiel:

  • Sie bewerben sich bei einer grossen Bank und das Thema Ihrer Arbeit lautete: "Strategische Allianzen im Bankwesen am Beispiel der Fusion zwischen A und B", dann sollten Sie es erwähnen.


5. Berufserfahrung
Verfahren Sie nach dem gleichen Schema mit Ihrer Berufserfahrung. Der Personalsachbearbeiter wird in erster Linie wissen wollen: Was macht er/sie jetzt? In dieser Rubrik nennen Sie die Firma, evtl. den Ort (wichtig bei Auslandstätigkeiten), die ausgeübte Funktion mit kurzer Beschreibung.
Beispiel: Michelin Gruppe, Hauptsitz Clermont-Ferrand (Frankreich), Tätigkeit: Brand Manager Kleber Europa.

6. Kenntnisse
Sprach- und PC-Kenntnisse sind mit knappen Angaben zu erläutern.

Beispiel:

  • Muttersprache: Deutsch
  • Englisch und Französisch: in Wort und Schrift sehr gut.

Diese Angaben entfallen natürlich, wenn Sie beispielsweise ein Übersetzerdiplom für diese Sprachen erlangt haben. Ebenso ist der Hinweis "Sehr gute MS-Office-Kenntnisse" überflüssig, wenn Sie Informatiker sind.

7. Hobbys
Zum Schluss nennen Sie ausserberufliche Tätigkeiten wie Hobbys, Sport oder Vereinsaufgaben (z.B. Kassenwart im Tennisklub Rot-Weiss). Gerade Letzteres zeugt von Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Führungskompetenz. Auch Auslandsaufenthalte, die nicht im Zuge von beruflichen Stationen erfolgt sind, sollten Sie hier erwähnen.

Beispiel:

  • 03/2002 bis 02/2003: freiwilliger Helfer bei Terre des Hommes, Einsatz in Namibia und Simbabwe.


8. Schluss
Am Ende nennen Sie den Ort und das aktuelle Datum und unterschreiben eigenhändig mit einem Füller. Damit ist Ihr Lebenslauf abgeschlossen. Zusätze wie "P.S." oder "Anmerkung" sind hier nicht angebracht.

Insgesamt muss Ihr Curriculum Vitae das Positive herausstellen. Dabei gilt: Nicht flunkern und nicht mogeln. Früher oder später fliegt jede Lüge auf. Auch die falsche Angabe "Hobby: Golf" kann peinlich werden, wenn Ihr späterer Vorgesetzter Sie als Gast zu einem Turnier einlädt. Ausserdem sollten Informationen nicht als Schwächen dargestellt werden. Beispiel: Grundkenntnisse Italienisch (und nicht: Leider nur schwache Italienischkenntnisse). Lücken im Lebenslauf sollten auf keinen Fall durch Unwahrheiten geschlossen werden. Je nach persönlicher Situation können "Fehlzeiten" als Neuorientierung, Arbeitssuche oder Vorbereitung auf eine Ausbildung, ein Studium u. dgl. bezeichnet werden.

(Giselle Chaumien-Wetterauer, GCW Communications, 20.04.2009 / Bild: Vladislav Susoy, Fotolia.com)

>>> Teil 2: Häufig gestellte Fragen rund um den Lebenslauf



Weitere Informationen

Das Amt für den Arbeitsmarkt in Freiburg (Schweiz) gibt unter
http://www.admin.fr.ch/spe/de/pub/index.cfm
weitere Tipps und Hinweise rund um das Thema Lebenslauf.


Literaturempfehlungen

Durchstarten zum Traumjob - Das Workbook

Von Richard Nelson Bolles
Campus Verlag, 3. aktualis. Auflage, September 2007
ISBN-10: 359338387X

Stellensuche mit Erfolg - So bewerben Sie sich richtig
Von Trudy Dacorogna-Merki
11., erweiterte und aktualisierte Auflage, April 2008
Beobachter-Buchverlag, ISBN: 978-3-85569-389-4

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